Ihr Rasen ist braun? Bitte machen Sie jetzt nicht den häufigsten Fehler.
Die letzten Wochen haben unsere Gärten stark gefordert. Über längere Zeit blieb der Regen aus, die Temperaturen stiegen immer wieder deutlich an und vielerorts trockneten Böden bis in tiefere Schichten aus. Auch die Wetterprognosen lassen derzeit keine nachhaltige Entspannung erwarten.
Die Folgen sind sichtbar: Rasenflächen verfärben sich braun, Pflanzen verlieren an Vitalität und selbst grosse Bäume zeigen erste Anzeichen von Trockenstress.
Viele Gartenbesitzer reagieren jetzt mit häufigem Giessen, oft jedoch auf die falsche Weise. Kurze Wassergaben am Abend oder tägliches oberflächliches Spritzen helfen nur bedingt und können die Situation sogar verschlechtern.
Rasen richtig bewässern – weniger oft, dafür gründlich
Ein gesunder Rasen benötigt Wasser vor allem dort, wo sich seine Wurzeln befinden. Genau deshalb ist eine durchdringende Bewässerung wesentlich sinnvoller als tägliches oberflächliches Giessen.
Unsere Empfehlung:
- zwei- bis dreimal pro Woche bewässern
- möglichst früh am Morgen zwischen 4 und 8 Uhr
- rund 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter ausbringen
- das Wasser langsam versickern lassen
So gelangt die Feuchtigkeit bis in die Wurzelzone. Die Gräser bilden tiefere Wurzeln und können Trockenperioden deutlich besser überstehen.
Wer dagegen jeden Abend nur wenige Minuten wässert, hält lediglich die oberste Bodenschicht feucht. Die Wurzeln bleiben nahe an der Oberfläche und reagieren später noch empfindlicher auf Hitze und Trockenheit.
Brauner Rasen bedeutet nicht automatisch einen Totalschaden
Ein brauner Rasen sieht zwar erschreckend aus, ist aber nicht zwangsläufig abgestorben.
Viele Rasengräser verfügen über einen natürlichen Schutzmechanismus. Bei extremer Trockenheit stellen sie ihr Wachstum weitgehend ein und gehen in eine Art Ruhephase. Sobald wieder ausreichend Wasser vorhanden ist, treiben viele Gräser erneut aus.
Dennoch lohnt sich ein genauer Blick.
Kritisch wird es, wenn:
- der Boden stark verdichtet ist
- Wasser auf der Oberfläche stehen bleibt oder seitlich abfliesst
- einzelne Bereiche dauerhaft trocken bleiben
- die Grasnarbe vollständig abgestorben ist
Besonders problematisch sind sogenannte wasserabweisende Böden. Nach längerer Austrocknung kann Wasser nicht mehr richtig eindringen und läuft oberflächlich ab. Hier helfen spezielle Netzmittel (Wetting Agents), welche die Wasseraufnahme des Bodens wieder verbessern können.
Was tun, wenn bereits braune Stellen vorhanden sind?
Jetzt ist Geduld gefragt.
Viele Gartenbesitzer möchten den Rasen sofort vertikutieren, intensiv düngen oder komplett erneuern. In den meisten Fällen ist das jedoch nicht die richtige Lösung.
Besser ist folgendes Vorgehen:
- den Boden zuerst langsam und gleichmässig durchfeuchten
- einige Tage beobachten
- erst danach den tatsächlichen Schaden beurteilen
Zeigt sich keine Erholung, kann eine gezielte Nachsaat sinnvoll sein.
Grössere Renovationsarbeiten empfehlen wir jedoch erst im Spätsommer oder Frühherbst. Dann herrschen ideale Bedingungen für die Keimung neuer Gräser und die Regeneration der gesamten Rasenfläche.
Nicht nur der Rasen leidet – auch Bäume geraten unter Trockenstress
Viele gehen davon aus, dass ältere Bäume keine zusätzliche Bewässerung benötigen. Das stimmt nur teilweise.
Während kurze Trockenphasen von gesunden Bäumen meist gut überstanden werden, können langanhaltende Hitzeperioden erhebliche Auswirkungen haben.
Typische Anzeichen sind:
- kleinere Blätter
- eingerolltes Laub
- frühzeitiger Blattfall
- abgestorbene Triebspitzen
- lichter werdende Baumkronen
Oft zeigen sich die eigentlichen Schäden jedoch erst in den folgenden drei bis fünf Jahren. Der Baum verliert schrittweise an Vitalität und wird anfälliger gegenüber Krankheiten, Pilzen oder Schädlingen.
Deshalb lohnt es sich, frühzeitig zu handeln.
Wie viel Wasser braucht ein Baum?
Auch beim Giessen von Bäumen gilt:
Lieber selten, dafür ausreichend.
Als Orientierung gelten folgende Mengen:
Jungbäume (erste drei Standjahre)
- etwa 50 bis 80 Liter pro Bewässerung
- ein- bis zweimal pro Woche, je nach Witterung
Ältere Bäume
- etwa 100 bis 200 Liter pro Bewässerung
- langsam ausbringen
- den gesamten Wurzelbereich bewässern
- nicht direkt am Stamm giessen
Entscheidend ist, dass das Wasser tief in den Boden eindringen kann. Nur so erreichen Sie die aktiven Feinwurzeln.
Wasser allein genügt nicht
Eine gute Wasserversorgung ist wichtig, sie ersetzt jedoch keinen gesunden Boden.
Böden mit einem hohen Humusgehalt können deutlich mehr Wasser speichern und geben dieses den Pflanzen über längere Zeit wieder ab.
Zur Stärkung des Gartens empfehlen sich deshalb, abgestimmt auf Standort und Pflanzenbestand, unter anderem:
- organische Langzeitdünger
- Bodenverbesserer
- Mykorrhiza-Pilze
- Mikroorganismen
- Biostimulanzien wie Algenextrakte
- Wetting Agents bei stark ausgetrockneten Böden
Diese Massnahmen fördern das Wurzelwachstum und erhöhen die Widerstandskraft gegenüber zukünftigen Trockenperioden.
Rasen jetzt düngen?
Diese Frage hören wir derzeit besonders häufig.
Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.
Während extremer Hitze sollte kein stark stickstoffbetonter Dünger ausgebracht werden. Dieser regt zusätzliches Wachstum an und erhöht den Wasserbedarf der Pflanzen.
Sinnvoller ist es, zunächst die Wasserversorgung sicherzustellen und den Rasen nach einer Erholungsphase mit einem auf die Jahreszeit abgestimmten Rasenünger zu versorgen.
Die ideale Zeit für grössere Pflegemassnahmen beginnt meist Ende August bis in den Herbst hinein.
Kurze Zusammenfassung
Trockenheit gehört zunehmend zu den Herausforderungen moderner Gärten. Umso wichtiger ist es, jetzt richtig zu handeln.
Nicht die Menge des Wassers entscheidet über den Erfolg, sondern der richtige Zeitpunkt, die passende Wassermenge und eine nachhaltige Bodenpflege.
Viele Schäden lassen sich vermeiden, wenn Rasen, Pflanzen und Bäume frühzeitig unterstützt werden. Selbst braune Rasenflächen können sich oft wieder vollständig regenerieren – vorausgesetzt, sie werden fachgerecht gepflegt.
Wer heute in die Gesundheit seines Gartens investiert, schafft die Grundlage dafür, dass Pflanzen auch kommende Hitzeperioden besser überstehen.
Wir unterstützen Sie gerne
Sie sind unsicher, wie stark Ihr Garten bereits unter der Trockenheit gelitten hat?
Gerne beurteilen wir den Zustand Ihres Rasens, Ihrer Bäume und Pflanzflächen direkt vor Ort. Gemeinsam entwickeln wir die passenden Massnahmen, damit Ihr Garten langfristig gesund, vital und attraktiv bleibt. LINK Kontakt
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